Warnstreik bei AENOVA Haupt Pharma

Beschäftigte wünschen sich mehr freie Zeit

Rund 120 Beschäftigte bestreikten am Mittwoch ihren Arbeitgeber Aenova Haupt Pharma am Standort Münster. Sie fordern von der Pharma-Firma vor allem mehr freie Zeit. Vor dem roten Backsteinhaus haben sich viele Menschen versammelt – passend mit Mundschutz, Abstand und dicken Jacken, denn es ist kühl an diesem Tag in Münster.  Die Stimmung ist dennoch prächtig. IG-BCE-Transparente sind zu sehen und Schilder mit Aufschriften wie: „Wir haben mehr verdient!“ und „Zukunftskonto jetzt“. Der Warnstreik richtet sich gegen das Taktieren des Unternehmens, das nach drei erfolglosen Verhandlungsrunden und einer Aufforderung der IG BCE, bis zum 26. Oktober ein neues Angebot vorzulegen, lediglich einen neuen Verhandlungstermin in Aussicht gestellt hat.

Frank Rogner

Warnstreik AENOVA Haupt Pharma Münster

Von dem Warnstreik erhoffen sich die Beschäftigten ein besseres Angebot.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier ist klar, dass sich etwas tun muss. So würden Druck und Arbeitsverdichtung zunehmen und außerdem sei man unterbesetzt, sagen einige, ohne ihren Namen nennen zu wollen. Aus diesen Gründen sprechen sich die Beschäftigten klar für mehr freie Zeit aus – orientiert am Zukunftskonto des Chemie-Flächentarifvertrags. Eine weitere Forderung ist aber auch die nach einer deutlichen Erhöhung der Entgelte und der Ausbildungsvergütung.

Der Warnstreik in Münster hat die Bereiche Labor, Verpackung und Tablettenherstellung stillgelegt, rund die Hälfte der Beschäftigten am Standort ist auf die Straße gegangen. „Die laufenden Prozesse sind natürlich zu Ende gebracht worden“, erklärt Tarifkommissions-Mitglied Petra Bilstein. Sie ist außerdem im Betriebsrat. „Das Motto 'Zusammen sind wir stark' wird hier wirklich gelebt“, sagt Thomas Krug, der ebenfalls Teil der Tarifkommission und des Betriebsrats ist. Der Organisationsgrad in dem Betrieb ist hoch – er liegt bei über 70 Prozent. Auch Tarifkommissions-Mitglied Josef Weiligmann erklärt: „Es gibt wirtschaftlich keine Gründe, den Leuten was vorzuenthalten.“ Denn die Firma stehe gut da und schreibe seit Jahren schwarze Zahlen, erklärt Weiligmann, der zudem Betriebsratsvorsitzender ist. „Der Gewinn ist da“, meint auch Krug.

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